Donnerstag:
Ich will den Herrn loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,
dass es die Elenden hören und sich freuen.
Preiset mit mir den Herrn
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
Mit dem heutigen Update möchte ich einiges aufholen, was ich schon seit längerer Zeit hätte schreiben sollen, und einen Überblick über meinen normalen Tagesablauf hier geben, Rückmeldung geben, wie die Hardware-Spenden eingesetzt werden, aber auch das reguläre Update geben, wie es im Computer Support aussieht.
Außerdem ist mein Magen endlich wieder in Ordnung! Preist den Herrn!!!
Seit vor zwei Tagen das Chaos ausbrach, konnten wir viel reparieren, und nutzen die Gelegenheit auch für Verbesserungen. In den letzten beiden Tagen habe ich so viel über Netzwerke und Serveradministration gelernt wie nie zuvor. Vieles lief hier vorher viel zu kompliziert und aufwändig. Jetzt versuchen wir die vorhandene Domäne durch eine einfache Arbeitsgruppe zu ersetzen, in der Benutzer auf freigegebene Verzeichnisse zugreifen können. Während wir den alten Domain-Server auf Notbetrieb halten vernichten wir die restlichen Vorkommen des Virus und erstellen gleichzeitig einen Arbeitsgruppen-Server. Außerdem wollen wir diese Veränderung zum Anlass nehmen, auch ein Intranet einzurichten.
Vor zwei Tagen haben Hannes und ich abends Psalm 34 gelesen. Die Erfahrungen, die David dort gemacht hat, sind nun auch unsere:
Als einer im Elend rief, hörte der Herr
und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des Herrn lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!
Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
Mein Tag beginnt hier um 6:10 Uhr, wenn der Wecker klingelt. Nach dem Aufwachen greife ich immer sofort auf den Nachttisch und greife nicht nach der Bibel, sondern nach einem Buch, das Ramona mir am Abschiedstag gegeben hat, wo sie für jeden Tag ein Foto eingeklebt hat und einen Brief für mich geschrieben hat. Wir frühstücken zu viert, Hannes, Linda, Charity — eine Freundin von Linda und ich. Der Arbeitstag bei GILLBT beginnt um 8:00 Uhr. Wir sind meist etwas früher dort, um vorher noch einmal E-Mails abrufen zu können, den Server neu zu starten, oder was sonst noch nötig ist.
Im Computer-Raum arbeiten wir zu fünft, Hannes als Leiter, Stephen als weiterer IT-Fachmann, Martin, der nächste Woche zu einem Übersetzungsprojekt, wo bisher alles von Hand gemacht wird, zwei Computer hinbringen und die Übersetzer einweisen wird, Ernest, der an einem Thesaurus für Adele arbeitet und ich.
Um 10:00 Uhr gibt es 30 Minuten Teepause. Mittagspause machen wir in der Regel von 12:00 bis 13:00 Uhr. Durch die Hitze in der Mittagszeit, die fast 50 Grad im Schatten erreicht, ist es sehr wichtig, nicht nur etwas zu Essen, sondern auch auszuruhen und ein paar Minuten die Augen zuzumachen. Der Arbeitstag endet meistens um 16:00 oder 17:00 Uhr. Gestern waren wir allerdings bis 23:00 Uhr im Büro und haben den Server nach Viren gescannt, so dass er heute früh wieder in Betrieb gehen konnte.
Abends macht man hier in der Regel keine großen Aktivitäten mehr. Abendessen gibt es traditionell in Ghana nicht. Heute Abend hatten wir Hauskreis bei uns. Da Hannes ihn vorbereitet hat, haben wir nochmals Psalm 34 gelesen. Auch wenn kein Hauskreis ist, schließen Hannes und ich den Tag gemeinsam mit einem Psalm und anschließendem Gebet ab.
Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu!
Ich will euch die Furcht des Herrn lehren.
Wer möchte gern gut leben
und schöne Tage sehen?
Behüte deine Zunge vor Bösem
und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
Lass ab vom Bösen und tu Gutes;
suche Frieden und jage ihm nach!
Eure Hardware-Spenden kommen hier allesamt gut zum Einsatz. Elektronik kostet hier oft das zwei- bis dreifache der Preise in Deutschland. Einiges kann man gar nicht bekommen. CD- und DVD-Brenner halten hier meistens nicht länger als ein halbes Jahr, da sich dort sehr schnell Savannenstaub einnistet und dann die CDs zerkratzt. Aber gerade Brenner sind für die nötigen Backups unglaublich wichtig.
Auch auf den älteren Computern kann man einen einfachen File Server oder Web Server unter Linux installieren. Alle drei Computer und der CD-Brenner, die ich als Spende mitgenommen habe, werden hier unten nicht nur Verwendung finden, sie werden sogar sehr dringend benötigt. Vielen Dank!
Zum Abschluss nun noch der Rest des Psalms:
Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten
und seine Ohren auf ihr Schreien.
Das Angesicht des Herrn steht wider alle, die Böses tun,
dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.
Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr
und errettet sie aus all ihrer Not.
Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel erleiden,
aber aus alledem hilft ihm der Herr.
Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,
dass nicht eines zerbrochen wird.
Den Gottlosen wird das Unglück töten,
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.