Rückkehr nach Deutschland

December 3rd, 2009

Ein ereignisreicher Monat liegt hinter uns. Für mich war es der erste Aufenthalt in Asien. Ramona war ja schon mal in der Mongolei. Aber für sie war es der erste Missionseinsatz, in dem sie in ihrem Beruf ausgeübt hat. Auf jeden Fall war es eine sehr gute Erfahrung für uns beide, auch als Familie. Wir sind dankbar für die Zeit, die hinter uns liegt, insbesondere für die vielen Gespräche, die wir hier mit vielen der ÜMG-Missionare geführt haben. Dadurch haben wir einen sehr guten Eindruck bekommen, wie es ist, wenn man hier lebt, und nicht nur für einen kurzen Besuch kommt.

Morgen früh geht es dann zurück in die Heimat. Wir freuen uns sogar ein wenig, wieder zurück zu kommen. Der Wecker steht auf 6:15. Wir erwarten, dass wir um 23:00 Uhr zu Hause ankommen. Inklusive Zeitverschiebung sind das fast 24 Stunden, die wir unterwegs sind. In Singapur haben wir nur 55 Minuten, um unseren Anschlussflug zu erreichen. Sollte eigentlich funktionieren. Bitte betet trotzdem, dass das klappt, und auch generell für eine sichere Reise. An den folgenden Tagen sind die Flüge von Singapur nach Frankfurt vollständig ausgebucht. Wenn wir das nicht schaffen, haben wir also ein größeres Problem…

Also, es ist schon fast 23 Uhr hier. Die meisten von Euch sehen wir am Sonntag im Gottesdienst!

Ein paar Anliegen…

November 26th, 2009

Es gibt viel Grund zum Danken. Wir sind beide fast fertig mit unseren Aufgaben im IPS, und alle drei nach unseren Erkältungen wieder gesund.

Es hat sich leider nicht einfach herausgestellt, mit den Entwicklern in Kontakt zu kommen. Am Anfang haben sie kein Wort gesagt, während wir im Raum waren. Inzwischen reden sie zumindest untereinander. So ist leider die Kultur hier. Es braucht sehr viel Zeit, eine Beziehung aufzubauen. Ein Monat reicht dazu nicht ansatzweise aus.

Aber mit meiner Erfahrung aus Aachen kann ich sagen, wenn man sich drauf einlässt, können sich nach mehreren Jahren tiefe Freundschaften mit Kambodschanern entwickeln. Mein Bruder Veda aus Aachen kann dies sicherlich bestätigen. :-)

Die letzten Tage vor dem Rückflug werden für uns etwas entspannter sein. Von Freitag bis Montag machen wir einen kleinen Urlaub in Siem Reap, um den berühmtesten Tempel des Landes zu besichtigen, Angkor Wat, und vielleicht auch noch eine Krokodilfarm. Außerdem wird Jasper vom IPS-Team, den wir in Singapur kennen gelernt haben, auch dort sein. Er hat schon einen guten Kontakt zu den Programmierern, und wird Trauzeuge bei der Hochzeit von einem von ihnen sein.

Danach folgen noch zwei Arbeitstage, die aber zum überwiegenden Teil von Auswertungsgesprächen und Rückreisevorbereitungen belegt sind. Bis Montag sind wir auf jeden Fall nur über das OMF-Handy erreichbar. Die Laptops bleiben hier in Phnom Penh. :-)

Bevor es zurück nach Deutschland geht, melden wir uns in jedem Fall noch mal.

Ein Land mit tiefen Wunden

November 22nd, 2009

Wer einmal Dachau oder ein anderes Konzentrationslager besichtigt hat, der weiß, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sein können. Das Regime von Pol Pot (1975-1979) stand in Grausamkeit den Nazis um nichts nach. Schätzungsweise zwei Millionen ihrer eigenen Landsleute ermordeten sie in den kurzen Jahren ihrer Herrschaft: Intelektuelle, buddhistische Mönche, Muslime, Christen. Es reichte aus, dass man Französisch sprach, um in eine der Hinrichtungsstätten, zu den Killing Fields, gebracht zu werden.

Gestern haben wir eines dieser Killing Fields sowie das ehemalige Gefangenenlager Tuol Sleng besucht. Johanna war nicht dabei, um ihr den Anblick von Folter und Tod zu ersparen. Vor allem in Tuol Sleng werden viele Einzelschicksale dokumentiert: sowohl vor allem von Opfern als auch von einigen Wärtern, die diese Aufgabe meist nur übernommen haben, um nicht selbst getötet zu werden. Familienangehörige berichten von den letzten Tagen und Stunden, bevor ihre Ehegatten, Eltern oder Kinder verschleppt und ermordet wurden. Jedes einzelne Schicksal ist ergreifend. Es gibt heute kaum eine Familie in Kambodscha, die in dieser Zeit nicht jemanden verloren hat.

Der ehemalige Direktor der von Tuol Sleng – Duch – hat sich vor einigen Jahren zu Jesus bekehrt, und ist der einzige der Reue zeigt, und Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Dies zeigt eindrücklich, dass bei Jesus keiner zu schlecht ist, eine zweite Chance zu bekommen, und sein Leben von Gott leiten zu lassen. Es gibt Hoffnung für jeden.

Phnom Penh

November 15th, 2009

Seit fast einer Woche sind wir nun schon in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. Während in Singapur alles geordnet, sicher und sauber ist, wie man es aus westlichen Großstädten kennt – wenn es dort nicht sogar auf die Spitze getrieben wird – ist es hier in Phnom Penh recht stinkig, staubig, ein Verkehrschaos wie ich es noch nie gesehen habe, und nachts gibt es kaum Beleuchtung auf den Straßen.

Die Stadt hat natürlich auch ihre schönen Seiten: Alte Pagoden und Paläste und französische Kolonialbauten, die alle an einen lang vergangenen Glanz erinnern. Neue Regierungsgebäude und Shopping Malls wurden zum großen Teil aus dem Ausland mitfinanziert. Dazwischen gibt es von hölzernen Bruchbuden bis zu modernen Büros jede Art von Gebäuden.

Die Khmer sind fast alle sehr freundlich zu Ausländern. Besonders Johanna ist – auch hier wieder – der Star. Sie lächelt alle direkt an, und mit ein paar Brocken Englisch kann man dann einige Worte wechseln. Die Schreckensherrschaft von Pol Pot hat auch unter den Menschen ihre Spuren hinterlassen. Häufig sieht man Menschen, denen Gliedmaßen fehlen. Einem blinden Bettler fehlten beide Hände. In den Gedenkstätten waren wir noch nicht. Sie sollen einem sehr an die Nieren gehen…

Die Arbeit verlief soweit sehr gut. Die Programmierer, mit denen wir zusammen arbeiten, sind noch keine Christen. Bitte betet für sie. An den Andachten nehmen sie regelmäßig teil. Meine Aufgabe ist es, ein Help Desk für das IPS (Internationales Personal-System) aufzubauen. Die Module dazu werden von SAP alle zur Verfügung gestellt. Ich muss sie “nur” korrekt zusammenbauen. Ramona testet die Prozesse von diversen Blickwinkeln aus (Personalabteilung, Bewerber etc.) und gibt Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge.

Leider sind wir alle drei etwas krank. Ramona und ich haben nur eine Erkältung. Bei Johanna sind wir uns nicht ganz sicher. Wenn es ihr morgen nicht besser geht, gehen wir mit ihr zum Arzt. Bitte betet für eine schnelle Heilung.

Einige von Euch haben angerufen, wurden aber nur mit einer sehr schlechten Sprachqualität verbunden. Über die Anrufe haben wir uns sehr gefreut. Vielen Dank! Als weitere Kontaktmöglichkeiten kann ich anbieten, dass Ihr uns auf Telefonen der ÜMG anruft. Das ist zwar etwas teurer als die bisherigen Ortsgespräche, dafür sollte es aber keine Verbindungsprobleme geben. Nach Feierabend sind wir (sofern wir nicht unterwegs sind) wie alle Bewohner des Gästehauses auf dem ÜMG-Festnetz-Gästetelefon erreichbar, Tel.-Nr. 00855-23885207. Wir haben aber auch ein Handy von der ÜMG ausgeliehen bekommen. Die Nummer ist 00855-12681061. Wie bisher freuen wir uns immer über Nachrichten aus der Heimat.

Have Faith in God

November 6th, 2009

Heute waren wir im IHQ (International Head Quarters) der ÜMG in Singapur zur Einarbeitung in die Themen, an denen wir dann ab Montag arbeiten werden. Am Eingang zum Gebäude steht in großen Buchstaben “Have Faith in God”, das Lebens- und Missions-Motto von Hudson Taylor, dem Gründer der ÜMG.

Dieses Motto trifft auch heute noch auf die ÜMG zu, denn der Glaube an Gott ist nicht nur das, wass dort verkündet wird, sondern auch das, was jeden Mitarbeiter (und auch Kurzzeitler wie wir es sind) antreibt und sein Leben bestimmt. Wir haben viele dieser Mitarbeiter kennen gelernt, die sich hier aus Ländern fast aller Kontinente zusammen gefunden haben, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: Den Völkern Südost- und Ostasiens das Evangelium nahe zu bringen.

Johanna war natürlich der Star. Sie hat mit allen Leuten gleich Freundschaft geschlossen, ließ sich bereitwillig und gerne auf den Arm nehmen, und hat freudig allen von ihren Keksen abgeben wollen. (Die christliche Botschaft des Teilens hat sie jedenfalls schon gelernt.)

Was gibt es sonst noch zu berichten… Wir waren auf der lokalen Polizeiwache, da wir am Flughafen einen 1000-Dollar-Geldschein gefunden haben. (Das entspricht etwa 500 €). Jetzt geht es erst mal ins Wochenende. Wir wollen die Stadt besichtigen, ins Aquarium gehen, und einen kleinen Abstecher nach Malaysia machen.

In Kontakt bleiben

October 29th, 2009

Die kambodschanische Schrift besitzt 33 Konsonanten, 24 Vokale und 14 Initialvokale. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal, dass es so etwas wie Initialvokale gibt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Schrift zumindest lesen und schreiben zu können bis es los geht. Dieses Vorhaben wurde jedoch durch das Ausmaß der Komplexität der Schrift im Keim erstickt…

In genau einer Woche werden wir bereits in Singapur sein, aber es kommt mir noch alles sehr weit weg vor. Organisatorisch ist aber schon alles in Butter. Für Johanna haben wir für die Zeit in Phnom Penh eine Nanny organisiert bekommen, so dass wir zumindest einen Teil der Zeit beide im IPS arbeiten können.

Anders als in Ghana damals wird es nicht schwierig sein in Kontakt zu bleiben. Dazu gibt es dieses Blog, oder Facebook (sowohl ich als auch Ramona können dort gefunden werden), Email, SMS, Skype (Ramona kann dort gefunden werden) - und natürlich auch Telefon. Wir sind über unsere Festnetznummer erreichbar. Bitte ruft nicht auf unseren Handys an, und beachtet außerdem den Zeitunterschied von 7 Stunden. Ansonsten freuen wir uns immer, aus der Heimat zu hören. :-)

Es geht nach Kambodscha

September 6th, 2009

Es wird Zeit, dieses Blog wieder in Betrieb zu nehmen! Im November fliegen wir als Familie nach Kambodscha und nach Singapur, um die ÜMG (Überseeische Missionsgemeinschaft) in ihrem IPS (International Personnel System) zu unterstützen. Ramona ist Expertin für Personalverwaltung, und ich für SAP. Daher können wir für die Zeit, wenn wir dort sind, sicherlich von Nutzen sein.

Bis es soweit ist, haben wir noch einiges vor: Wir fahren noch eine Woche nach Berlin, und ich werde mir in Istanbul die Augen lasern lassen. Außerdem wird es definitiv Zeit, hier in der Wohnung die letzten Dinge auf- und einzuräumen, die seit dem Umzug vor einem Jahr verstreut herum liegen, vor allem im Keller… Die Elternzeit wird so ganz bestimmt nicht langweilig. Aber darum geht es hier ja eigentlich gar nicht…

Die “Formalitäten” für den Einsatz sind soweit erledigt, d.h. der Bewerbungsprozess bei der ÜMG ist abgeschlossen, die nötigen Impfungen waren noch von unseren letzten Einsätzen ausreichend, Johanna erhält noch ihre Standard-Impfungen – auch die reichen aus. Der Flug ist bestellt. Am 4.11. fliegen wir nach Singapur, und am 9.11. weiter nach Phnom Penh.

Wir werden hier gelegentlich berichten, wie die Vorbereitungen laufen, und wenn wir dort sind, und natürlich auch regelmäßig mit Berichten und mit Bildern melden.

Dankbarkeit

November 17th, 2006

Der Übergang vom Missionseinsatz zum Urlaub war mehr oder weniger fließend. Die letzten Tage habe ich immer wieder gelegentlich an der Formatierung des Adele-Wörterbuches gearbeitet, habe aber auch viel in Kumasi und Umgebung unternommen. Die Wörterbuchformatierung bedarf doch mehr Aufwand als ich ursprünglich annahm. Vermutlich werde ich damit erst fertig, wenn ich wieder in Deutschland bin.

Zusammenfassend bin ich sehr dankbar für alles, was ich in Tamale erlebt habe. Da viele Dinge, die man in Deutschland als selbstverständlich annimmt, es hier in Afrika nicht sind, habe ich vor allem gelernt, auch für die kleinen Dinge dankbar zu sein, wenn Wasser aus der Leitung kommt, das Licht und der Ventilator angehen, dass ich ohne Probleme die Toilette benutzen kann. Aber ich habe auch gelernt, es anzunehmen, wenn es für kürzere oder auch längere Zeit nicht so ist ohne mich innerlich darüber aufzuregen und zu Ärgern.

Ich bin dankbar für alles, was ich miterleben durfte, wie Gott sein Reich in Ghana baut. Ich habe gesehen, wie bei GILLBT Afrikaner und Europäer Seite an Seite zusammenarbeiten. Auch dies ist in Afrika nicht selbstverständlich. Bereits seit über 40 Jahren ist die Organisation unter gemeinsamer Leitung von Wycliff-Missionaren und einheimischen Christen!

Ich bin dankbar für den Frieden, der in diesem Land herrscht. Nicht nur Schwarze und Weiße leben hier friedlich nebeneinander, auch zwischen Christen und Muslimen gibt es keine Spannungen. Ich habe mit einem einheimischen Missionar aus einem Dorf in der Nähe von Tamale gesprochen, wo sich etwa 80 Muslime zu Jesus bekehrt haben, ihn selbst eingeschlossen. Dass es in einem islamischen Umfeld unter diesen Bedingungen nicht zu Mord und Totschlag gekommen ist, grenzt an ein Wunder. Es zeigt aber auch, dass die Menschen in Nordghana auf der Suche sind nach Orientierung, Werten und nach Versöhnung mit Gott. Leider gibt es in diesem reifen Feld viel zu wenige Arbeiter…

Sollte sich nichts weiter wirklich Ereignisreiches und Wichtiges zutragen, bleibt dies mein letzter Bericht aus Ghana an dieser Stelle. Im Laufe des Montags werde ich nach Accra zurück reisen, und am darauffolgenden Sonntag zurück nach Deutschland.

Kraut und Rüben…

November 14th, 2006

…oder so ähnlich könnte man den jetzigen Zustand des Blogs bezeichnen. Wir sind heute gut in Kumasi angekommen. Aber anstatt hier viel zu schreiben, werde ich lieber etwas Ordnung schaffen und auch die folgenden verloren gegangene Nachrichten ergänzen:

Ankunft und Abschied (8. November)

Montag: Seit dem Wochenende bin ich wieder krank, diesmal richtig mit Amöbendurchfall. Deshalb konnte ich heute auch nicht arbeiten. Inzwischen geht es mir wieder besser. Generell ist die Gesundheit immer noch ein großes Anliegen. Man kann noch so gut aufpassen, was man isst, irgendwelche Möglichkeiten sich etwas einzufangen gibt es immer noch.

Der Computer Support ist damit zurzeit unterbesetzt. Stephen ist auch krank; er hat Malaria. Auch Ernest ist zurück in sein Heimatdorf gefahren, um wieder vor Ort am Bibelübersetzungsprojekt mitzuarbeiten. Martin reist morgen ab, um die beiden Laptops zu dem Projekt zu bringen.

Auch Charity ist wieder in ihr Dorf zurück gekehrt. Gestern sind Justin und Margaret Frempong angekommen, die nun ebenfalls hier im Haus wohnen. Hannes hatte Haus und Auto eigentlich nur von ihnen ausgeliehen. Sie sind Lindas Großonkel und Großtante. Ihr Wissen hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir gestern die richtigen Medikamente gegen meine Krankheit gekauft haben. Ich bin sehr dankbar, wie in dieser etwas schweren Zeit für mich gesorgt wird, sowohl von meinen neuen Freunden hier, als auch im Gebet von Euch daheim, insbesondere von Ramona, die mich jeden Tag anruft, und zu aller erst von Gott, der mich heilt, und Kraft und Freude gibt, weiter zu machen.

Die erste Woche auf der Arbeit war sehr gut und fruchtbringend. Da es ein ziemliches Chaos gab, war eine weitere Person, die mit anpacken konnte, genau richtig. Bisher waren Hannes und Stephen fast durchgängig damit beschäftigt, den alten Server am laufen zu halten, so dass es keine Zeit gab, etwas Neues anzufangen. Durch meine Unterstützung war dies nun doch möglich, und wenn der neue Server stabil läuft, wird es ihnen in Zukunft mehr Freiraum geben, auch diverse andere Dinge, die sie vor sich her schieben mussten, anzugehen.

Dienstag: Mit meiner Gesundheit geht es weiter aufwärts. Ich habe zwar noch Durchfall, aber kein Blut mehr im Stuhl. Bitte betet auch für Erich, einen pensionierten Lehrer aus der Schweiz, der sein Wissen und seine Erfahrung nun hier einbringt. Ihn hat es mit bakteriellem Durchfall und Malaria gleich doppelt schlimm erwischt.

Justin, Margaret und Linda sind heute früh nach Kumasi abgereist. Hannes und ich führen nun einen Junggesellen-Haushalt. Linda hat aber für viele Tage Essen vorbereitet, das wir nur aufwärmen müssen. Es könnte sein, dass ich auch schon am Montag nach Kumasi weiterreise, also eine Woche früher als geplant. So lange dies nicht offiziell ist, werde ich da aber noch etwas geheimnisvoll sein und nichts über die Gründe verraten, von denen ich eigentlich auch noch keine Details kenne.

Auf der Arbeit hatten wir heute den großen Durchbruch. Das Literacy-Department läuft nun ganz unabhängig vom alten Server. Die anderen Departments können nun schrittweise migriert werden, und dann wird der alte Server abgeschaltet. Damit haben vier Jahre schwerwiegender Netzwerk-Probleme hoffentlich ein Ende.

You are leaving Tamale Metropolis (10. November)

Freitag: Dieser Schriftzug steht auf einem Schild am Ortsrand, wo die Savanne nicht nur beginnt, sondern in beiden Richtungen der Straße bis zum Horizont kaum etwas anderes erkennbar ist. Letzte Woche waren Hannes, Linda und ich dort um Fotos zu machen. Am Montag werden Hannes und ich in einem klimatisierten Reisebus dort wieder vorbei fahren, in Richtung Kumasi. Inzwischen wissen schon einige Mitarbeiter hier, dass Hannes nächste Woche frei nimmt, also kann ich es auch hier verraten.

Was wir zurück lassen ist ein großes Chaos im IT-Department. Der Virus ist wieder aufgetaucht, nicht nur auf diversen Computern, sondern auch auf Backup-DVDs, wo man ihn nicht so ohne weiteres mehr herunterlöschen kann. Sehr viele Arbeitsplätze haben immer noch keinen Netzzugang. Stephen ist immer noch krank…

Ich selbst bin wieder gesund. Heute ist praktisch der letzte Arbeitstag für mich hier in Tamale. In den letzten beiden Wochen haben wir vieles geschafft, vieles aber auch nicht. Ich fühle mich sehr müde und geschafft.

Während meines Aufenthalts in Kumasi wird es dann doch Gelegenheit geben, mich an die automatische Wörterbucherstellung zu machen. Ich werde mir dort ein Zimmer im Missionshaus der Presbyterianer nehmen, und den darauffolgenden Montag nach Accra zurück kehren. Auch in Accra wird es noch einige Dinge zu tun geben, vor allem einige bootfähige CD-Rs müssen erstellt werden, die ich dann zu Hannes nach Tamale schicken kann bevor ich zurück nach Deutschland abreise.

Psalm 34

November 3rd, 2006

Donnerstag:

Ich will den Herrn loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,
dass es die Elenden hören und sich freuen.
Preiset mit mir den Herrn
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Mit dem heutigen Update möchte ich einiges aufholen, was ich schon seit längerer Zeit hätte schreiben sollen, und einen Überblick über meinen normalen Tagesablauf hier geben, Rückmeldung geben, wie die Hardware-Spenden eingesetzt werden, aber auch das reguläre Update geben, wie es im Computer Support aussieht.

Außerdem ist mein Magen endlich wieder in Ordnung! Preist den Herrn!!!

Seit vor zwei Tagen das Chaos ausbrach, konnten wir viel reparieren, und nutzen die Gelegenheit auch für Verbesserungen. In den letzten beiden Tagen habe ich so viel über Netzwerke und Serveradministration gelernt wie nie zuvor. Vieles lief hier vorher viel zu kompliziert und aufwändig. Jetzt versuchen wir die vorhandene Domäne durch eine einfache Arbeitsgruppe zu ersetzen, in der Benutzer auf freigegebene Verzeichnisse zugreifen können. Während wir den alten Domain-Server auf Notbetrieb halten vernichten wir die restlichen Vorkommen des Virus und erstellen gleichzeitig einen Arbeitsgruppen-Server. Außerdem wollen wir diese Veränderung zum Anlass nehmen, auch ein Intranet einzurichten.

Vor zwei Tagen haben Hannes und ich abends Psalm 34 gelesen. Die Erfahrungen, die David dort gemacht hat, sind nun auch unsere:

Als einer im Elend rief, hörte der Herr
und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des Herrn lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!
Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Mein Tag beginnt hier um 6:10 Uhr, wenn der Wecker klingelt. Nach dem Aufwachen greife ich immer sofort auf den Nachttisch und greife nicht nach der Bibel, sondern nach einem Buch, das Ramona mir am Abschiedstag gegeben hat, wo sie für jeden Tag ein Foto eingeklebt hat und einen Brief für mich geschrieben hat. Wir frühstücken zu viert, Hannes, Linda, Charity — eine Freundin von Linda und ich. Der Arbeitstag bei GILLBT beginnt um 8:00 Uhr. Wir sind meist etwas früher dort, um vorher noch einmal E-Mails abrufen zu können, den Server neu zu starten, oder was sonst noch nötig ist.

Im Computer-Raum arbeiten wir zu fünft, Hannes als Leiter, Stephen als weiterer IT-Fachmann, Martin, der nächste Woche zu einem Übersetzungsprojekt, wo bisher alles von Hand gemacht wird, zwei Computer hinbringen und die Übersetzer einweisen wird, Ernest, der an einem Thesaurus für Adele arbeitet und ich.

Um 10:00 Uhr gibt es 30 Minuten Teepause. Mittagspause machen wir in der Regel von 12:00 bis 13:00 Uhr. Durch die Hitze in der Mittagszeit, die fast 50 Grad im Schatten erreicht, ist es sehr wichtig, nicht nur etwas zu Essen, sondern auch auszuruhen und ein paar Minuten die Augen zuzumachen. Der Arbeitstag endet meistens um 16:00 oder 17:00 Uhr. Gestern waren wir allerdings bis 23:00 Uhr im Büro und haben den Server nach Viren gescannt, so dass er heute früh wieder in Betrieb gehen konnte.

Abends macht man hier in der Regel keine großen Aktivitäten mehr. Abendessen gibt es traditionell in Ghana nicht. Heute Abend hatten wir Hauskreis bei uns. Da Hannes ihn vorbereitet hat, haben wir nochmals Psalm 34 gelesen. Auch wenn kein Hauskreis ist, schließen Hannes und ich den Tag gemeinsam mit einem Psalm und anschließendem Gebet ab.

Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu!
Ich will euch die Furcht des Herrn lehren.
Wer möchte gern gut leben
und schöne Tage sehen?
Behüte deine Zunge vor Bösem
und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
Lass ab vom Bösen und tu Gutes;
suche Frieden und jage ihm nach!

Eure Hardware-Spenden kommen hier allesamt gut zum Einsatz. Elektronik kostet hier oft das zwei- bis dreifache der Preise in Deutschland. Einiges kann man gar nicht bekommen. CD- und DVD-Brenner halten hier meistens nicht länger als ein halbes Jahr, da sich dort sehr schnell Savannenstaub einnistet und dann die CDs zerkratzt. Aber gerade Brenner sind für die nötigen Backups unglaublich wichtig.

Auch auf den älteren Computern kann man einen einfachen File Server oder Web Server unter Linux installieren. Alle drei Computer und der CD-Brenner, die ich als Spende mitgenommen habe, werden hier unten nicht nur Verwendung finden, sie werden sogar sehr dringend benötigt. Vielen Dank!

Zum Abschluss nun noch der Rest des Psalms:

Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten
und seine Ohren auf ihr Schreien.
Das Angesicht des Herrn steht wider alle, die Böses tun,
dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.
Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr
und errettet sie aus all ihrer Not.
Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel erleiden,
aber aus alledem hilft ihm der Herr.
Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,
dass nicht eines zerbrochen wird.
Den Gottlosen wird das Unglück töten,
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.