Der Übergang vom Missionseinsatz zum Urlaub war mehr oder weniger fließend. Die letzten Tage habe ich immer wieder gelegentlich an der Formatierung des Adele-Wörterbuches gearbeitet, habe aber auch viel in Kumasi und Umgebung unternommen. Die Wörterbuchformatierung bedarf doch mehr Aufwand als ich ursprünglich annahm. Vermutlich werde ich damit erst fertig, wenn ich wieder in Deutschland bin.
Zusammenfassend bin ich sehr dankbar für alles, was ich in Tamale erlebt habe. Da viele Dinge, die man in Deutschland als selbstverständlich annimmt, es hier in Afrika nicht sind, habe ich vor allem gelernt, auch für die kleinen Dinge dankbar zu sein, wenn Wasser aus der Leitung kommt, das Licht und der Ventilator angehen, dass ich ohne Probleme die Toilette benutzen kann. Aber ich habe auch gelernt, es anzunehmen, wenn es für kürzere oder auch längere Zeit nicht so ist ohne mich innerlich darüber aufzuregen und zu Ärgern.
Ich bin dankbar für alles, was ich miterleben durfte, wie Gott sein Reich in Ghana baut. Ich habe gesehen, wie bei GILLBT Afrikaner und Europäer Seite an Seite zusammenarbeiten. Auch dies ist in Afrika nicht selbstverständlich. Bereits seit über 40 Jahren ist die Organisation unter gemeinsamer Leitung von Wycliff-Missionaren und einheimischen Christen!
Ich bin dankbar für den Frieden, der in diesem Land herrscht. Nicht nur Schwarze und Weiße leben hier friedlich nebeneinander, auch zwischen Christen und Muslimen gibt es keine Spannungen. Ich habe mit einem einheimischen Missionar aus einem Dorf in der Nähe von Tamale gesprochen, wo sich etwa 80 Muslime zu Jesus bekehrt haben, ihn selbst eingeschlossen. Dass es in einem islamischen Umfeld unter diesen Bedingungen nicht zu Mord und Totschlag gekommen ist, grenzt an ein Wunder. Es zeigt aber auch, dass die Menschen in Nordghana auf der Suche sind nach Orientierung, Werten und nach Versöhnung mit Gott. Leider gibt es in diesem reifen Feld viel zu wenige Arbeiter…
Sollte sich nichts weiter wirklich Ereignisreiches und Wichtiges zutragen, bleibt dies mein letzter Bericht aus Ghana an dieser Stelle. Im Laufe des Montags werde ich nach Accra zurück reisen, und am darauffolgenden Sonntag zurück nach Deutschland.
“Dankbarkeit” den Begriff kennen leider viele Menschen nicht mehr und das ist sehr schade. Heute nimmt man alles als selbstverständlich hin und wenn nicht alles wie am Schnürchen läuft, dann wissen viele nicht mehr was sie tun. Ich bewundere jeden Menschen der sich zum Wohle der Anderen einsetzt, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.